Veranstaltungsmitschrift

Informationsabend zum geplanten Windpark in Eisgarn

Rund 150 Minuten Vortrag und Diskussion vom 11. August 2026 — transkribiert und geordnet.

Wann
Mo, 11. August 2026, 19:30 Uhr
Wo
Gasthaus „Zur Alten Post“, Hauptstraße 30, 3862 Eisgarn
Veranstalter
Initiative Windstärke 10
Moderation
Peter Otzenberger
Vortragende
Dr. Mauchner-Bock · Michael Moser (IG Waldviertel) · Univ.-Prof. Dr. Manfred Maier
Ankündigung
MeinBezirk.at
Zur Einordnung. Die Veranstaltung wurde von der Initiative Windstärke 10 organisiert, die dem Windpark-Projekt kritisch gegenübersteht. Die Vorträge geben überwiegend windkraftkritische Positionen wieder. Ein Vertreter des Betreibers BLOCH3 war anwesend, kam aber kaum zu Wort und kündigte eine eigene Informationsveranstaltung im Herbst an. Für die andere Seite: bloch3.at.
Faktencheck: alle 77 Aussagen überprüft Mit Urteil, Quellen und Richtigstellung, wo die Zahlen nicht stimmen
Abschnitt 1

Eröffnung

Peter Otzenberger begrüßte die Anwesenden und stellte den Ablauf vor. Seit einiger Zeit gebe es Bestrebungen, in Eisgarn Windkraftanlagen zu errichten. Dagegen habe sich die Initiative „Windstärke 10“ gebildet, die an diesem Abend informieren wolle.

Der Abend war in vier Blöcke gegliedert: Erst stellte Dr. Mauchner-Bock die Initiative vor. Dann sprach Michael Moser (IG Waldviertel) über Raumordnung, Naturschutz, Effizienz und Tourismus. Anschließend rechnete Dr. Mauchner-Bock die wirtschaftliche Seite durch. Zum Schluss ging Univ.-Prof. Dr. Manfred Maier auf gesundheitliche Fragen ein. Danach: offene Diskussion.

Otzenberger wies darauf hin, dass Folien fotografiert werden dürften und Fragen bitte am Schluss gestellt werden sollten.

Abschnitt 2

Die Initiative Windstärke 10

Dr. Mauchner-Bock erklärte, die Mitglieder seien „überrascht gewesen, sehr überrascht“, als das Thema Windkraft plötzlich in Eisgarn aufgetaucht sei.

Laut Präsentation ist Folgendes bekannt:

Abschnitt 3

Vorgeschichte und Raumordnung

Michael Moser, Obmann der IG Waldviertel, übernahm und ging die Chronologie der Windkraftplanung im Waldviertel durch.

Chronologie

2011 ließ das Land NÖ eine Grundlagenstudie „Windkraft im Waldviertel“ erstellen (Firma Knoll Consult). Die ergab 106 mögliche Flächen, davon 14 im Bezirk Gmünd. Grundlage war einzig ein Mindestabstand von 1.200 m zum Wohngebiet, ohne Naturschutz- oder Landschaftsprüfung.

2013 verfügte LH Pröll einen sofortigen Widmungsstopp: Rund 40 Betreibergesellschaften hatten sich um die Flächen gerissen, Moser nannte es „Wildwuchs“.

2014 kam das Sektorale Raumordnungsprogramm: Die 106 Flächen wurden auf 68 Zonen zusammengestrichen. Im Bezirk Gmünd blieben zwei Zonen übrig: Amaliendorf/Heidenreichstein und Weitra.

2024 strich die 1. Novelle der NÖ Raumordnung beide Gmünd-Zonen, weil die ornithologischen Gegebenheiten eine Realisierung ausschlossen.

2026 gibt es keine einzige Potenzialfläche mehr im Bezirk Gmünd. Eine 2. Novelle wird in den kommenden Jahren erwartet.

Moser zeigte dazu die Übersichtskarte des Bezirks Gmünd aus der Knoll-Studie von 2011, auf der die damals ausgewiesenen Flächen eingezeichnet sind.

Was in Eisgarn gerade passiert

Moser erklärte, Betreiber wie BLOCH3 nutzten die Zeit vor der erwarteten 2. Novelle, um sich vorab Grundstücke zu sichern. Die Strategie: Zum Grundeigentümer gehen, 1.000 € auf den Tisch legen, und sagen: „Wenn du nicht unterschreibst, unterschreibt der Nachbar.“ Dasselbe laufe bei Bürgermeistern.

Die drei Flächen aus der alten 2011er-Studie, die Eisgarn betreffen:

Abschnitt 4

Standorte und Mindestabstände

In der NÖ Raumordnung (§ 20) stehen folgende Abstände:

Diese 2.000-Meter-Regelung hat eine praktische Konsequenz: Die Nachbargemeinden Litschau, Reingers und Unserfrau-Altweitra müssten per Gemeinderatsbeschluss zustimmen, diesen Abstand auf 1.200 m zu reduzieren. Ohne diese Zustimmung fallen viele der geplanten Standorte weg.

Moser führte das am NÖ Atlas vor: Der 2-Kilometer-Umkreis um den Kreuzberg reicht deutlich in das Gemeindegebiet von Litschau hinein, ebenso in Richtung Loimanns und Reichenbach.

Geschätzte Standorte

Die genauen Standorte sind nicht bekannt. Moser zeigte eine Fotomontage auf Basis eines Luftbilds, die auf den verfügbaren Flächen und einem Anlagenabstand von rund 450 m beruht. Die Standorte liegen großteils im Wald.

Abschnitt 5

Naturschutz

Moser argumentierte, das Gebiet um Eisgarn sei naturschutzrechtlich eine Ausschlusszone:

Einordnung. Die konkreten Zahlen zu getöteten Seeadlern und die Aussage zur „zweithäufigsten Todesursache“ wurden ohne Quellenangabe vorgetragen. Die Datenlage wird von BirdLife und anderen Organisationen teils anders bewertet.
Abschnitt 6

Waldschutz

Die meisten geplanten Standorte liegen laut Moser im Wald. Seine Argumente:

Abschnitt 7

Effizienz und Windleistung

Das Waldviertel ist eine Schwachwindregion. Laut Moser hat es rund 20 % weniger Windleistung als die guten Standorte im Weinviertel und Burgenland. Er zeigte dazu eine Leistungsdichte-Karte Österreichs der Energiewerkstatt, auf der sich das Waldviertel deutlich von den windstarken Zonen im Osten abhebt.

Leistungsdichte an den Eisgarner Standorten

Die NÖ Raumordnung (§ 20) schreibt eine Mindest-Leistungsdichte von 220 W/m² in 130 m Höhe vor. Die Werte der Eisgarner Standorte laut Windatlas (Energiewerkstatt):

StandortIstSollDifferenz
B5145,98 W/m²220,00−74,02
Katzenstein168,21 W/m²220,00−51,79
Kreuzberg160,56 W/m²220,00−59,44

Alle drei Standorte liegen unter dem gesetzlichen Minimum. Moser nannte das einen „totalen Ausschlussgrund“.

Einordnung. Diese Werte stammen aus dem öffentlichen Windatlas. In der Diskussion bestätigte Moser, dass keine eigene Windmessung vor Ort stattgefunden hat. BLOCH3 könnte eigene Messungen durchführen.

Abschaltungen

Zusätzlich zur schwachen Windleistung führte Moser mehrere Gründe an, aus denen Anlagen zeitweise abgeschaltet werden müssten:

In Summe ergäben sich bis zu 30 % weniger Stromertrag als an einem guten Standort.

Eiswurf und Waldsperrung

Am Beispiel der UVP für den Windpark an der Wild (Göpfritz) zeigte Moser: Im 300-m-Umkreis jeder Anlage müssen Warntafeln mit Gelblicht stehen. An der Wild wären das 23 Warnblinkanlagen im Wald. Bei Raureif ist der Wald faktisch gesperrt.

Abschnitt 8

Stromerzeugung in NÖ

Moser zeigte Live-Daten der Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu). Am Tag der Veranstaltung, dem 10. auf 11. August, lag Niederösterreich bei 135 % erneuerbarer Stromerzeugung. Über das ganze Jahr 2025/26 gerechnet bei 122 %. Das 100-%-Ziel ist in NÖ seit 2015 bilanziell überschritten.

Auf der Jahresgrafik hatte Moser eine Phase rot markiert: die windstillen Wochen im Winter. Das Problem ist die „Dunkelflaute“ im Winter, etwa von Dezember bis Februar. PV fällt weitgehend aus, Wind schwankt. In dieser Phase braucht es Ersatzkraftwerke, also Gas oder Import. „0 mal 0 ist 0“, so Moser: Auch 10.000 Windräder liefern bei Flaute keinen Strom. Ein doppelter Kraftwerkspark bleibe daher immer nötig.

Zum Vergleich: NÖ hat derzeit 840 Windkraftanlagen, politisches Ziel sind 1.000. Oberösterreich kommt mit 31 Anlagen zurecht, weil jedes Bundesland andere Stärken hat.

Quelle: Stromerzeugung live in Niederösterreich energie-noe.at/stromerzeugung-live
Die Grafiken der eNu werden laufend aktualisiert. Die auf den Folien gezeigten Prozentwerte gelten für den Stand vom 11. August 2026, 15:00 Uhr. Wer die Seite heute aufruft, sieht andere Zahlen.
Abschnitt 9

Alternativen

Moser stellte die Frage, ob 1.000 Windräder in NÖ überhaupt nötig seien.

Die Leistung pro Anlage ist von 2 MW auf 7,2 MW gestiegen, die Volllaststunden von 1.500 auf rund 3.000. Für das 2035er-Ziel von 12.000 GWh bräuchte man bei 7,2-MW-Technik nur etwa 600 Windräder. Es gibt aber schon 840. Vestas prognostiziert bis 2035 eine Leistung von 8–10 MW pro Anlage, in China stehen bereits Onshore-Anlagen mit 14–15 MW. Durch Repowering alter Anlagen könnte man ohne neue Standorte auskommen.

Als Alternativen nannte Moser Effizienzsteigerung, Verbrauchsreduktion und PV-Ausbau auf bereits verbauten Flächen.

Abschnitt 10

Tourismus

Das Waldviertel wird unter dem Markenversprechen „Natur pur, unverfälscht“ vermarktet. 65 % der Gäste kommen laut Moser wegen Natur und Landschaft.

Moser zitierte eine Studie der Firma Konus (Tourismus- und Marketingstrategien):

Aus touristischer und fachlicher Sicht sollte vom Bau von Windkraftanlagen, die das unverfälschte Landschaftsbild des Waldviertels massiv beeinflussen, jedenfalls Abstand genommen werden. Zitiert von Michael Moser aus der Konus-Studie

Die Firma mache inzwischen nichts mehr für die IG Waldviertel, weil ihr die Konsequenzen dieser Studie zu heiß geworden seien.

Er verwies auch auf Beschwerden von Tourismusbetrieben und darauf, dass Knoll Consult Gebiete wie Wienerwald, Rax, Schneeberg oder Wachau touristisch freigehalten habe, „uns haben sie vergessen“.

Mosers Warnung: Es entstehe ein „Zwei-Klassen-Tourismus“. Gemeinden mit Windrädern könnten das Versprechen „unverfälscht“ nicht mehr halten.

Abschnitt 11

Wirtschaftliche Rechnung

Dr. Mauchner-Bock übernahm und rechnete die Zahlen für ein Vestas-Windrad mit 7,2 MW durch.

Pro Windrad und Jahr

PositionBetrag
Jahresumsatz1.955.520 €
Cashflow vor Finanzierung und Steuern1.605.520 €
Finanzierung (4 %, volle Fremdfinanzierung)−727.000 €
Verbleibender Cashflow878.520 €

Investitionskosten: rund 10 Mio. € pro Anlage. Betriebskosten geschätzt 350.000 € pro Jahr.

Was bleibt in Eisgarn?

Grundeigentümer bekommen laut den bekannten Verträgen 20.000 € pro Jahr und Windrad auf ihrem Grundstück und 10.000 € für das Überstreichen durch Rotorblätter, jeweils anteilig. Bei den kleinen Grundstücken in Eisgarn komme man oft nur auf ein paar Hundert Euro. Die Gemeinde bekommt geschätzt 35.000 bis 50.000 € pro Jahr und Windrad.

Verteilung des CashflowsPro JahrAnteil
Bleibt in der Region≈ 80.000 €9,11 %
Fließt an den Betreiber ab≈ 798.520 €90,89 %

Über 20 Jahre gerechnet: rund 1,6 Mio. € für die Gemeinde, rund 16 Mio. € für BLOCH3. Mauchner-Bock erwähnte auch den garantierten Einspeisepreis nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz von rund 9,89 Cent pro kWh.

Abschnitt 12

Gesundheit

Univ.-Prof. Dr. Manfred Maier stellte sich vor als Arzt für Allgemeinmedizin, ehemaliger Vorstand der Abteilung Allgemeinmedizin und Leiter des Zentrums für Public Health an der MedUni Wien sowie gerichtlich beeideter Sachverständiger.

Mikroplastik und PFAS

Rotorblätter und Gondeln sind beschichtet mit Epoxidharz, das Bisphenol A enthält, und mit PFAS, den sogenannten „Ewigkeitschemikalien“. Beides ist laut WHO gesundheitsgefährdend. Je größer und älter die Rotorblätter, desto mehr Abrieb.

Zur Menge nannte Prof. Maier „bis zu ca. 62 kg pro Jahr und Anlage“, Quelle „The Turbine Group“, 2021. Bei 10 Anlagen über 20 Jahre wären das 12,4 Tonnen. In Rheinland-Pfalz hätten Laboruntersuchungen 2025 PFAS-Kontamination im Waldboden nahe Windparks nachgewiesen. In Wildschweinlebern aus dem Gebiet seien erhöhte PFAS-Werte festgestellt worden, die Gesundheitsagentur empfehle, diese nicht mehr zu essen.

Einordnung. Die 62-kg-Zahl wurde im Publikum hinterfragt. Ein Zuhörer hatte selbst recherchiert und zehn Studien gefunden, die von 2–3 kg pro Jahr ausgehen. Prof. Maier bestätigte die Bandbreite, verwies aber auf die peer-reviewte Publikation mit dem Maximalwert. Auf der Folie stand „bis zu ca. 62 kg“.

Infraschall

Das Hauptthema von Prof. Maier war der niederfrequente Schall unter 20 Hertz. Er ist für Menschen nicht hörbar, aber spürbar: als Druck im Ohr, als Vibration oder als Gefühl der Unsicherheit.

Wie die Anlagen Infraschall erzeugen

Die drei Rotorblätter passieren bei jeder Umdrehung den Turm. Jede Passage erzeugt einen Druckimpuls. Das ergibt den typischen pulsierenden Charakter. Dieser Schall hat besondere Eigenschaften: Schalldämmwände helfen nicht, weil die Wellenlänge bis zu 300 m beträgt. Er kann in Gebäude eindringen und sich durch Reflexion aufschaukeln. Unter bestimmten Bedingungen ist er innen stärker als draußen.

Messung

Übliche Lärmmessungen verwenden den A-Filter, der Infraschall gezielt herausfiltert. In Gutachten werde Infraschall daher „in der Regel gar nicht erwähnt, nicht behandelt, nicht gemessen“, so Maier. Es gebe keine Normen und keine Grenzwerte dafür. Die Abstandsempfehlung von 1.200 m stamme aus einer Zeit, als die Anlagen 120–130 m hoch waren, jetzt sind sie 260–280 m hoch.

Eine schwedische Studie, publiziert im Jänner 2026, habe mit neuartigen Messgeräten nachgewiesen, dass der Infraschall weit über 1.200 m hinaus messbar ist, bis in 5 bis 10 km Entfernung.

Gesundheitliche Auswirkungen

Prof. Maier erklärte die Hörbahn vom Ohr über Schnecke, Hörnerv, Hirnstamm und Mittelhirn bis zur Hirnrinde und warum auch nicht bewusst gehörter Schall Auswirkungen haben kann: Der Hirnstamm steuert Herzfrequenz und Blutdruck, das Mittelhirn ist an Emotionen beteiligt.

Anrainer berichten von Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Problemen, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Unruhe. Die wissenschaftlichen Befunde laut Maier:

Widerspruch aus dem Saal. Ein BLOCH3-Vertreter ließ Prof. Maier Grüße von zwei früheren Mitarbeitern ausrichten, Prof. Hutter und Moshammer von der MedUni Wien, die zu anderen Schlüssen kämen. Maier bestätigte, beide zu kennen: „Die zwei gehen vom Blickwinkel der Betreiber aus: dass bis jetzt kein Schaden nachgewiesen werden konnte. Das ist richtig. Wir sind nicht so weit auseinander. Nur: Der richtige Zugang ist, dass ich einen Schaden mit wissenschaftlicher Evidenz ausschließen können muss.“

Vorsorgeprinzip

Es geht nicht um den Beweis, dass der Infraschall schadet, sondern darum, dass ich diesen Schaden derzeit mit wissenschaftlichen Mitteln nicht ausschließen kann. Univ.-Prof. Dr. Manfred Maier

Er verwies auf das Vorsorgeprinzip der EU und auf ein Erkenntnis des VwGH aus 2024: Gesundheitliche Schäden müssten ausgeschlossen werden, nicht nachgewiesen. Sein Vergleich: Röntgenstrahlen, UV-Strahlen und Radioaktivität spürt man auch nicht, sie können aber schaden.

Abschnitt 13

Diskussion

Nach den Vorträgen wurde es lebhaft. Es folgt eine Zusammenfassung der wesentlichen Wortmeldungen.

Der Bürgermeister

Der Bürgermeister von Eisgarn erläuterte seine Sicht. BLOCH3 sei zuerst zu den Grundeigentümern gekommen, nicht zum Gemeinderat. Dass manche Grundeigentümer auch Gemeinderäte sind, ergebe „Doppelfunktionen“. Er habe nachrecherchiert: Eisgarn liegt in keiner Windkraftzone. Es sei aber „nicht verboten, in Österreich Windräder zu bauen“, und privatrechtliche Verträge zwischen Grundeigentümern und Betreibern könne er nicht unterbinden.

Vor 14 Tagen habe er ein offizielles Schreiben von BLOCH3 bekommen und den Gemeinderat sofort informiert. Derzeit werde über den Gestattungsvertrag beraten, beschlossen sei noch nichts.

Eisgarn ist eine Konsolidierungsgemeinde und kann sich nicht selbst finanzieren. Die Gemeinde braucht rund 400.000 € pro Jahr an Bedarfszuweisungen. Windkraft könnte helfen, davon wegzukommen. Auf die Frage, ob er dafür sei, dass Windräder kommen:

Ein paar Sachen: Sie sind nicht verboten. Die Gemeinden brauchen Geld. Wir können uns nicht selbst finanzieren. […] Aus meiner Sicht habe ich nichts gegen Windräder. Bürgermeister von Eisgarn

Zur Befangenheit — er besitzt ein Grundstück im Projektgebiet — sagte er: „Befangen muss ich mich selbst erklären. Befangen bin ich dann, wenn ich einen wirtschaftlichen Vorteil daraus hätte.“ Er ließ offen, ob er auf Vertragsleistungen verzichten werde.

BLOCH3-Vertreter

Ein Mitarbeiter der Betreiberfirma meldete sich kurz. Er kritisierte die Darstellung des Gestattungsvertrags und sagte, BLOCH3 habe ein „spezielles Flächenpachtmodell“ entwickelt, bei dem jeder Grundeigentümer im Gebiet beteiligt werde. Es seien maximal 10 Anlagen möglich, es könnten aber auch weniger werden. Im Herbst werde BLOCH3 eine eigene Informationsveranstaltung machen.

Aus dem Publikum

Eine Wortmeldung aus fachlicher Sicht

Eine Zuhörerin mit einschlägigem Fachhintergrund sprach sich gegen Windkraftanlagen im Wald aus: Wachstumsrückgang bei Bäumen, Lebensraumverlust für Wildtiere, Fragmentierung der Landschaft, Insektensterben. In Deutschland gehe man von 5 bis 6 Milliarden Insekten-Individuen pro Jahr aus.

Eine Wortmeldung zur Gesundheit

Eine Zuhörerin mit einer Vorerkrankung berichtete von einem Selbstversuch unter Windrädern: Sie habe weniger Luft bekommen, ihre Begleiter hätten Kopfschmerzen bekommen. Sie forderte eine Prüfung der Auswirkungen auf Menschen mit Vorerkrankungen.

Eine Wortmeldung aus Allentsteig

Ein Teilnehmer berichtete über den dort auf Eis gelegten Windpark: Der Betreiber WEB habe sich zurückgezogen, weil eine negative Volksbefragung drohte. Er kritisierte den Eisgarner Bürgermeister — man hätte dem Betreiber zuerst sagen müssen, dass keine Zonierung vorliegt, und sich in St. Pölten informieren.

Eine Wortmeldung zur Rechtslage

Ein Zuhörer stellte die Befangenheit des Bürgermeisters in Frage: „Wenn Sie ein Grundstück haben, wo Sie einen Dienstbarkeitsvertrag drauf haben, dann ist das so klar wie eins und eins ist zwei.“

Ein Einwand zu den Zahlen

Ein Zuhörer hatte während der Veranstaltung selbst recherchiert und bezweifelte die Zahl von 62 kg Mikroplastik-Abrieb. Er habe zehn Studien gefunden, die von 2 bis 3 kg sprechen, und mahnte zu eigener Recherche.

Volksbefragung

Das Thema zog sich durch die Diskussion. Moser berichtete, dass Volksbefragungen zum Thema Windkraft vom Land NÖ „abgedreht“ würden. In Göpfritz habe der Gemeinderat erst eine beschlossen, sie nach Intervention des Betreibers aber zwei Tage später gestrichen.

Der Bürgermeister dazu: „Wir haben weder zu- noch abgesagt. Wir verhandeln das gerade.“ Aus dem Publikum wurde der Widerspruch angemerkt, dass die Vortragenden eine Volksbefragung fordern und gleichzeitig sagen, das Land verhindere sie.

Abschnitt 14

Schluss

Peter Otzenberger dankte den Vortragenden, der Initiative Windstärke 10 und dem Bürgermeister dafür, dass er sich den Fragen gestellt habe.

Bringen Sie sich ein und sprechen Sie mit den Verantwortlichen und bringen Sie Ihre Meinung zum Ausdruck. Peter Otzenberger

Der Bürgermeister rief seinerseits auf: „Bewerbt euch bei den Parteien! Macht euch politisch aktiv!“ Er lobte die Veranstaltung dafür, Schwung in die Sache gebracht zu haben. Applaus, Ende der Veranstaltung.

Anhang

Quellen und Links

Über dieses Dokument. Diese Mitschrift beruht auf rund 150 Minuten Tonaufnahme und auf Fotos der Präsentationsfolien. Die Aufnahme wurde maschinell transkribiert und redaktionell aufbereitet. Die Wiedergabe gibt die Aussagen der Beteiligten nach bestem Wissen wieder, ohne Anspruch auf wörtliche Exaktheit.

Aufnahme und Folienfotos sind aus urheberrechtlichen Gründen nicht veröffentlicht. Was auf den Folien stand, ist im Text wiedergegeben.

Die Veranstaltung wurde von der Initiative Windstärke 10 organisiert, die dem Windpark kritisch gegenübersteht. Die drei Hauptvortragenden vertraten windkraftkritische Positionen. Für die Gegenseite siehe bloch3.at sowie die offiziellen Quellen des Landes Niederösterreich.

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Erstellt am 11. August 2026.

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Die Seite dokumentiert eine öffentlich angekündigte Informationsveranstaltung zum geplanten Windpark in Eisgarn vom 11. August 2026 und gleicht die dort vorgetragenen Aussagen mit öffentlich zugänglichen Quellen ab. Sie vertritt keine Position für oder gegen das Projekt und steht keiner Partei, Initiative, Behörde oder Firma nahe.

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